Offene Kirche am 24.12.2015 - Ein interkulturelles Fest am Heiligabend

Während gegen Ende 2015 die Flüchtlingsthematik zunehmend die Meinungsbildung im Stadtteil St. Georg prägte, wurden Stadt und Öffentlichkeit kulturell zunehmend vom bevorstehenden Weihnachtsfest geprägt. Bei allem auffälligen Weihnachtsschmuck und wirtschaftlicher Bedeutung schien uns insbesondere der religiöse Traditionskern dieser Zeit, bei dem es um Hoffnung im Angesicht von Flucht und Armut geht, ein möglicher Anknüpfungspunkt der Begegnung zwischen Flüchtlingen, multikulturellem Unterstützerkreis und etablierter Gesellschaft zu sein. Die Herstellung von Dialoggelegenheiten und wechselseitigem Kennenlernen sollte das Ziel sein. Als Begegnungsort wurde die protestantische St. Georg Kirche in der Nähe des Hbf. gewählt, ein schon bekannter Ort des Dialogs zwischen Christen, Muslimen und Stadtteil.

Die Idee der Begegnungsfeier wurde vorlaufend mit befreundeten Moscheegemeinden und mit dem Flüchtlingshelferkreis abgestimmt, Texte wurden ins Arabische und Farsi übersetzt, weitere Unterstützung von internationalen Musikern, Universität, Moscheegemeinden und dem Bundesprojekt „Demokratie leben“ eingeworben. Somit konnte folgendes Programm realisiert werden:
Ab 20:00 Einladung in die St. Georgs Kirche mit Festessen, Musik- und Kulturdarbietungen aus Orient, Afrika und lutherischer Tradition.

Um 23:30 Uhr Einladung zum traditionellen christlichen Weihnachtsgottesdienst, anschließend Empfang und Begegnung.

Teilgenommen haben ca. 120 Personen, mehrheitlich Flüchtlinge aus den Übernachtungsorten der St. Georger Moscheen sowie aus Erstaufnahmeeinrichtungen der Umgebung. Einzelne jugendliche
Flüchtlinge blieben bis zum Empfang nach dem Gottesdienst und nutzen die Gelegenheit zum weiteren Gespräch.
Insbesondere von den vielen anwesenden Muslimen wurde diese erstmalige Einladung in eine weihnachtlich geschmückte Kirche an einem 24. Dezember sehr positiv aufgenommen. Bibel und Koranverse auf Deutsch, Arabisch und Farsi belegten die Geschwisterlichkeit der religiösen Traditionen.

Wir freuen uns, dass wir einen friedenspolitischen Impuls und Akzent setzen konnten.