Zehn Fragen an uns zuhause

1 Ist es nicht so, dass jeder Mensch, der seine Heimat verlässt, dies nicht einfach so tut, sondern sehr böse Erfahrungen gemacht haben muss und keine Perspektive mehr in seinem Herkunftsland sieht?


2 Ist es nicht so, dass in vielen Ländern der Erde die Lebensverhältnisse immer unerträglicher geworden sind auch deshalb, weil die reichen Länder nicht aufgehört haben, wirtschaftlich und klimaökologisch die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Armen voranzutreiben?


3 Ist es nicht so, dass an vielen kriegerischen Konflikten und Auseinandersetzungen reiche Industrieunternehmen durch Lieferung von Waffen verdienen?


4 Ist es nicht so, dass wir als eines der reichsten Länder der Welt eine Mitverantwortung haben an den Zuständen, wie sie anderswo heute herrschen?


5 Ist es nicht so, dass jeder Mensch das Recht auf Glück, auf ein Leben ohne Hunger und Not hat und dass besonders Christen ihnen dies nicht vorenthalten dürfen? Mit welchem moralischen Recht kann ich anderen sagen: „Ihr müsst draußen bleiben. Für Euch ist kein Platz bei uns.“?


6 Ist es nicht so, dass das Wort „Wirtschaftsflüchtling“ längst seine Berechtigung verloren hat, wenn ich mir klarmache, was es denn heißt, unter der Armutsgrenze zu leben? Die Unterscheidung zwischen Asylsuchenden und sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen ist in Wahrheit eine künstliche.


7 Ist es nicht so, dass die Verteufelung der Schlepper und Schleuser eine einzige große Ablenkung von den wahren Ursachen des Wunsches ist, die Grenzen zu überwinden? Schlepper und Schleuser können nur deshalb ihr Geschäft betreiben, weil den meisten Asylsuchenden ein legaler Weg nach Europa verwehrt wird.


8 Ist es nicht so, dass die Bewältigung der derzeitigen Flüchtlingskrise zum Gradmesser unserer Wertegemeinschaft geworden ist, zum Prüfstein, ob unsere Moral und Ethik noch Bestand haben angesichts der Not Tausender?


9 Ist es nicht so, dass die deutsche Wirtschaft jetzt zwar eine Zuwanderung befürwortet,
allerdings nicht aus humanen Gründen, sondern aus „Verwertungsinteresse“ fordert, gut ausgebildete Flüchtlinge sofort aufzunehmen?


10 Ist es nicht so, dass politische Parteien in Deutschland mit ihrer Kritik an der Asylpolitik der Bundeskanzlerin nicht ethisch begründet entscheiden, sondern danach, was ihnen im Ansehen der Bevölkerung mehr Stimmen bringt?

Auch ohne Antworten kann man handeln. Helfen Sie mit!

Pastor Detlev Gause und das Aidsseelsorge-Team

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe der Gemeinde St.Georg-Borgfelde und im ganzen Stadtteil finden Sie hier >>>

Vielen Dank!