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Zur Geschichte St. Georgs und des Gemeindehauses

Gemeindehäuser contra Arbeiterbewegung?
Vortrag am 28.11.2007 im Gemeindehaus Stiftstraße 15
aus Anlass des 100jährigen Bestehens des Gemeindehauses
von Michael Joho

0. Persönliche Vorbemerkung
1. Hamburg und St. Georg um 1900
2. Die Hamburger Kirche und die St. Georger Gemeinde um 1900
3. Das Gemeindehaus bis zu seiner Einweihung 1907


0. Persönliche Vorbemerkung
Der Titel der Veranstaltung ist natürlich eine etwas zugespitzte Formulierung, aber eine, die mir als Historiker – aufgewachsen in einem sozialdemokratischen Haushalt, die Jugendweihe durchlaufend – durchaus nahe ist. Dass Kirche und Arbeiterbewegung über weite Strecken Antipoden waren, birgt keine überraschende Erkenntnis. Betrachten wir nur einmal die Innere Mission einer Amalie Sieveking (1794-1859) und eines Johann Hinrich Wichern (1808-1881), die nicht zuletzt eine Reaktion auf die im Vormärz und in der 1848er-Revolution erstmals in Erscheinung getretene Arbeiterklasse gewesen ist. Ich zitiere beispielhaft Amalie Sieveking, die Gründerin und langjährige Vorsteherin der heutigen Amalie Sieveking-Stiftung, deren 175jähriges Bestehen wir vor kurzem im Stadtteil feiern konnten. Sie schrieb 1848 in einem so genannten „Sendschreiben“, laut Untertitel gerichtet an „die arbeitenden Classen in weiteren Kreisen, als ein Beitrag zur Beleuchtung der Arbeitsfrage, des Communismus u.s.w.“, folgenden Kernsatz: „Somit müssen wir denn doch aber auch wohl erkennen, daß der Unterschied zwischen Reich und Arm eben nothwendig hineingehört in die jetzige Weltordnung, in den Plan der göttlichen Vorsehung (...)“.  So betrachtet, wären alle Aktivitäten der Arbeiterbewegung sinnlos gewesen, könnten alle demokratischen Initiativen der Jetztzeit ihr Engagement einstellen.

Nachfolgend geht es allerdings um eine andere Etappe des Verhältnisses von Kirche und Arbeiterbewegung, die Zeit um 1900, auf die sich dieser Beitrag konzentriert. Es gilt zu beleuchten, wie der damalige Zusammenhang zwischen der sprichwörtlich „unkirchlichsten Stadt Deutschlands“ einerseits und der „Hauptstadt der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung“ andererseits beschaffen war und wie sich das insbesondere auf den Bau des 1907 eingeweihten St. Georger Gemeindehauses ausgewirkt hat. (...)

Den gesamten Text des Vortrags können Sie hier als pdf-Dokument lesen und herunterladen.


Michael Joho, geboren 1958, ist Historiker, Journalist und freier Autor und hat diverse Bücher über die Hamburger und St. Georger Geschichte publiziert. Er ist Vorsitzender der Geschichtswerkstatt St. Georg e.V. sowie des Einwohnervereins St. Georg von 1987 e.V.