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Chorreise nach Pirna und Bad Schandau Oktober 2009

Ungefähr alle 3 Jahre gehen Chormitglieder aus der jungen kantorei st. georg zusammen mit Sängern des Hugo Distler-Chores auf Konzertreisen. Unser Kantor und Chorleiter, Ingo Müller, ist auch Chorleiter des Hugo Distler-Chores und auf Reisen treten wir somit unter  dem Namen „St. Georg Chor Hamburg“ auf. Schon etliche Reisen gab es, z.B. nach Budapest, Genua oder Warschau. 2006 ging es nach Franken und im Oktober 2009 nach Pirna und Bad Schandau.
Im Gepäck hatten wir Werke von Mendelssohn, Brahms, Bruckner und die Missa Brevis von Kodály. 1989 wurde in St. Georg dieses Werk gerade einstudiert, als die Mauer fiel. Dieses grandiose Ereignis in unserer deutschen Geschichte hat die Probenarbeiten damals stark beeinflusst. So sehr, dass sich Ingo Müller entschloss, jetzt, 20 Jahre nach dem Fall der Grenze, dieses Stück dort noch mal aufzuführen.
Es ist schon etwas anderes, ob man zu Hause in der St. Georgskirche ein Konzert gibt, mit dem sicheren Heimvorteil in der vertrauten Umgebung oder zu Gast ist, an einem fremden Ort, in einer fremden Kirche, vor fremdem Publikum. Flyer und Plakate kündigen einen St. Georg Chor aus Hamburg an. Und da ist die Vorfreude gemeinsam loszufahren, neues zu sehen und kennen zu lernen.

Beim Wagenstandanzeiger am Hauptbahnhof war der Treffpunkt unseres 60-köpfigen Reisechores und - obwohl durchaus erwachsen - war doch auch die aufgeregte, wuselige, fröhliche Stimmung einer Schulklasse auf Klassenfahrt zu spüren. Für diesen Ausnahmezustand ist eine Reiseleitung unerlässlich, um dem ganzen eine geordnete Form zu geben und wir hatten Helmut Witte! Er hatte alle Karten, die wir für unsere Reisen brauchten, ob Bahn, Bus oder Schiff, er kannte deren Gültigkeit und sämtliche Nahverkehrsanbindungen. Und er hat das Rahmenprogramm zwischen den Konzerten gestaltet Es war also für alles gesorgt und man konnte schon mal entspannt auf dem Bahnsteig die ersten Erinnerungsfotos machen.
Wir waren stimmlich bestens gerüstet durch die Arbeit unseres Chorleiters, Ingo Müller, die Einsingübungen übernahm Guido Stoffels, unser Korrepetitor und stimmgewaltiger Tenor. Martin Schneekloth spielte bei den Konzerten zwischen den einzelnen Chorstücken Orgelimprovisationen und verstärkte mit seiner Stimme den Bass.

Das erste Konzert fand gleich einen Tag nach unserer Ankunft in Pirna statt. Die katholische Klosterkirche hat eine wunderbare Akustik für die Romantik und es war ein großes Vergnügen hier zu singen. Sportiv sind wir der großen Kälte begegnet, die hier in dem Gemäuer steckte, indem unter der eleganten schwarzen Chorkleidung die wärmenden Jeans und Pullover getragen wurden. Und da das Konzert erfreulich gut besucht war, und mit heißem Herzen gesungen wurde, hatte die Kälte keine Chance.
In Bad Schandau, in der Johanniskirche, fand unser 2. Konzert statt. Hier, wie auch in der Klosterkirche von Pirna, waren bei der großen Flut 2002  gewaltige Schäden entstanden. Fast alles war zerstört worden durch das Wasser, den Schlamm und es war beeindruckend wie die Renovierungsarbeiten in den Jahren danach von all dem nichts mehr erkennen lassen.

Ausgerechnet in der kältesten, verregneten und frostigen Woche im Oktober waren wir unterwegs, aber es hat uns fast nichts ausgemacht.  Meissen und Dresden wurden besucht, mit dem Raddampfer ging es von Pirna nach Bad Schandau entlang der grandiosen Landschaft des Elbsandsteingebirges. Einige ganz Verwegene machten eine große Wanderung hoch über der Elbe, mit Blick auf die Festung Königstein, die natürlich auch besichtigt wurde. Bei all diesen Freizeitangeboten geht es natürlich nicht nur um die Lust, neues kennen zu lernen sondern auch diese Lust und Freude mit denen zu teilen, mit denen man gleichzeitig ein so schönes und intensives Hobby teilt. Wo lernt man besser die unterschiedlichsten Charaktere in einem Chor kennen und schätzen, als auf einer gemeinsamen Reise, mit dem gemeinsamen Ziel, schöne Konzerte zu singen und losgelöst vom Hamburger Alltag freie Zeit zu verbringen und viel Raum zu haben für neue Freundschaften und Wertschätzungen. Die Reise hat viel Spaß gemacht.

Uta Witte, Annemarie Bremer