Rückblick auf das Konzertprogramm
Dienstag, 1. September 2009, 20 Uhr, St. Georgskirche
Den Rückblick auf das 1. Hamburger lesbisch-schwule Chorfest können Sie hier lesen.
Sonnabend, 8. November 2008, 20 Uhr, St. Georgskirche
Vorlage für viele Vertonungen des Stabat mater ist die gleichnamige lateinische Dichtung von Jacoponi da Todi (13. Jahrhundert, Mittelalter). Es ist ein zehnstrophiger Marienhymnus über die Leiden Christi Mutter Maria. Und allgemeingültiger steht hier die Frage nach dem Leiden der Mütter schlechthin, deren Kinder verschwunden, gequält, getötet worden sind. Die Mütter von Buenos Aires, die tagtäglich mit ihrem stummen Protest die argentinische Regierung ermahnten, den Verbleib ihrer, in der Zeit der Militärjunta verschwundenen Kinder, aufzuklären und zu sühnen, kommen mir in den Sinn.
Für Anton Dvořák (1841-1904) war der Impuls für die Vertonung (1877) des alten Hymnus der frühe Tod drei seiner ersten Kinder: Josefa (kurz nach der Geburt), Růžena (11 Monate), Otakar (3 Jahre). Es ist das erste Werk, das Dvořák über die Grenzen Tschechiens hinaus berühmt machte.
Ingo Müller
Mitwirkende:
Dorothee Fries (Sopran), Almut Pessara (Alt), Stephan Zelck (Tenor), Michael Doumas (Bass)
junge kantorei st. georg, Hugo Distler-Chor
Orchester St. Georg
Leitung: Ingo Müller
Das wundlbare Salatkonzert - Von Tönen und Salaten
Endlich! Nach drei Jahren wurde am 25. Mai 2008 wieder „salatkonzertet”! Die inzwischen weit über die Grenzen St. Georgs hinaus bekannte wie beliebte Musiknacht lockte bei schönstem Wetter wieder Hunderte an die Koppel. Schon am Vortage bauten fleißige Helfer die Zelte auf und richteten die Tische für die zu erwartenden Salate und Desserts. Und dann kamen sie: die interessierten, hungrigen und durstigen Scharen...
Die musikalischen Leckerbissen von Händel bis Gershwin fanden reißenden Absatz! An den literarischen Köstlichkeiten von Brecht bis Sölle labten sich nicht minder viele Gäste und die schauspielerischen Sahnehäubchen von Rolf Becker bis Clownerie verführten zu harmlos kalorienarmen, aber dafür umso geist- und humorvollen Schlemmereien. Ein willkommener Kontrast zu dem internationalen, bunten, nahrhaften, wohl duftenden und köstlich mundenden Salaten, Broten, Pasten, Speisen und Kuchen. Zu Moll und Dur nun süß und salzig – zur kulturellen Beglückung auch noch kulinarische Verzückung!
Zwischen Streichquartett und Diderot wandelten interessierte über den Kirchhof, entdeckten Gans` Kunst unter der Empore oder hielten einfach nur inne, bevor der nächste Salat probiert wurde. Dann ging es weiter im Programm – ein jeder strebte zur Kultur...und dann gern wieder zum Buffet und dann...
...war es irgendwann 23 Uhr! Alle zog es noch ein Mal in die Kirche, denn nun kam der Höhepunkt: das große Finale. Die Kirche war genauso prall gefüllt wie alle Bäuche, aber von Müdigkeit keine Spur – im Gegenteil! Das eigens für diesen Anlass ersonnene Singspiel „ Die Götter in St. Georg” versetzte das Publikum noch ein Mal in Begeisterungsstürme und der üppige Schluss-Applaus galt dann schließlich ALLEN – von Organisator bis Salatfee! Was für ein Fest, was für eine Stimmung! Na dann – bis zum nächsten Mal! Britta March
Bilder von diesem "wundlbaren" Ereignis finden Sie hier.
G. F. Händel: MESSIAH - eine besondere Aufführung
(Sonnabend - 1. Dezember 2007 - 20 Uhr)
Schon eine halbe Stunde vor offiziellem Einsatz warten schon Besucher vor der Kirche und hoffen, noch einen Platz zu ergattern. Der Chor singt sich, das Orchester stimmt sich derweil ein. Nun ist also der Abend gekommen, auf den sich alle seit einem Jahr vorbereitet haben. Positive Spannung und freudige Erwartung liegen in der vorweihnachtlichen Luft.
Dann, kurz nach halb acht: Die Kirche ist bis auf den letzten Stehplatz ausverkauft – unübersehbare Schilder verkünden es an den Eingangstüren. Dies ist eine gute Nachricht. Weniger gut ist die Nachricht von der Sopranistin Dorothee Fries: Sie erkrankt leider und kann nicht singen. Ihre Kollegin, Johanna Mohr, sagt aber spontan zu und übernimmt die Sopranpartie sofort.
Das ist aber noch nicht alles für den Abend! Die Nachrichten reißen nicht ab: Altus Werner Buchin steckt im Stau und verspätet sich! Aber auch hier hilft ein kleiner Kunstgriff, um die Aufführung pünktlich starten zu können: Joachim Gebhardt, der Basssolist, übernimmt gleichsam spontan die ersten zwei Altus-Arien. Bravourös und sicher erklingen die Altus-Arien ungewohnt tief, aber gleichsam schön! Das ist eben live und St. Georg pur, lebendig und eigen.
Und trotz all der unvorhersehbaren Überraschungen: Es gelingt eine wunderbare Aufführung. Der Leiter Ingo Müller, die Solisten Johanna Mohr (Sopran), Werner Buchin (Altus), Stephan Zelck (Tenor) und Joachim Gebhardt (Bass) musizieren mit dem Orchester und beiden Chören, der jungen kantorei st. georg und dem Hugo Distler-Chor, ein wunderbares Konzert, musikalisch ausgefeilt und tief empfunden. Die Mühe hat sich für alle gelohnt, denn trotz aller Eventualitäten werden die Musiker gefeiert. Das Publikum ist begeistert! Bravorufe und minutenlanger Applaus – so lange, dass sie es sogar schaffen, das „Halleluja” als Zugabe zu erklatschen. Britta March