„Wie kannst du gläubig sein und schwul?" – „Deine Religion unterdrückt doch queere Menschen! – warum bist du da noch Mitglied?" Sätze wie diese hören queere religiöse Menschen immer wieder. Von beiden Seiten. Sie erleben oft, dass sie sich entscheiden müssten: entweder ihr Glaube oder ihre Identität. Als wäre beides nicht vereinbar.
Aber es gibt sie doch: Menschen, die beides leben. Die beten und lieben. Die trans* sind und Torah lesen. Die als lesbisches Paar in der Moschee willkommen sind. Die ihren Glauben nicht trotz, sondern mit ihrer queeren Identität leben.
Unsere Veranstaltungen passend zur Ausstellung:
Wir laden herzlich zur Vernissage am 25. Mai um 18 Uhr ein, wo wir unter anderem die Fotografin der Ausstellung Ceren Saner, den Bürgerschaftsabgeordneten Arne Platzbecker (SPD) und Präses unserer Synode Anja Fährmann zu Gast haben.
Die "kantorei st.georg" gestaltet den Abend musikalisch. Im Anschluss laden wir zum Austausch bei einem kleinen Imbiss.
Mitwirkende:
Anja Fährmann, Präses der Synode der Nordkirche, Hamburg.
Arne Platzbecker, Bürgerschaft Hamburg (SPD), Hamburg.
Ceren Saner, Fotografin der Ausstellung, Berlin.
Kadir Özdemir, Autor, Theatermacher, Politischer Bildner, Hannover/Izmir.
Dorothea Frauböse/Björn Henkel, Pastores KG St. Georg-Borgfelde, Hamburg.
Malte Stets, Pastor queersensible Seelsorge „positiv leben&lieben“, Hamburg.
Simone Siebel, Diakonin queersensible Seelsorge „positiv leben&lieben“, Hamburg.
Musikalische Gestaltung:
„kantorei st.georg“, Leitung: Martin Schneekloth.
Junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren haben unter der Leitung des einhornkollektivs eine eindrucksvolle Performance entwickelt. Darin schildern Sie Ihre Perspektiven auf queere Identität, Glaube und Missionsgeschichte mit eigenen Texten, choreographischen Elementen sowie spoken word performances der Gruppe sowie von Stimmen aus dem globalen Süden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der "importierten Queerphobie" in afrikanischen Ländern, wo koloniale Einflüsse und christliche Kirchen zu queerfeindlicher Gesetzgebung beigetragen haben. Inspiriert von vielfältigen Inputs zu Bewegung, kreativem Schreiben sowie queerem Empowerment verbinden die jungen Performer*innen persönliche Geschichten mit gesellschaftspolitischen Fragen und bringen sie auf die Bühne.
Die Aufführung wurde im Oktober 2025 im Rahmen des PHŒNiX festivals "Koloniale Interferenzen" gezeigt und ist das Ergebnis monatelanger Workshops und Proben – ein künstlerischer Raum für Kreativität, Selbstvertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Produktion entstand in kreativer Mitarbeit von Sarah Ahrens & Frances Heller und wurde von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Schachtsiek Familien Stiftung sowie Hamburg Pride e.V. gefördert.
Der Gottesdienst der queersensiblen Seelsorge „positiv leben&lieben“ findet im Ausstellungsraum statt. Lebensbilder mit persönlichen Erfahrungen stehen neben den Eindrücken der Fotografien im Raum.
Liturgie:
Dorothea Frauböse, Pastorin, Hamburg.
Björn Henkel, Pastor, Hamburg.
Predigt:
Dirk Ahrens, Pastor, Dozent Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie, Hamburg.
Musik:
Martin Schneekloth, Kantor St. Georg-Borgfelde, Hamburg.
Populistische Stimmen zum Thema Queerness und Religion sind oft laut und schrill. Diese Veranstaltung soll anders sein. Wir wollen einen wissenschaftlichen Blick auf das Thema gewinnen. Dazu haben wir drei hochkarätige Fachleute eingeladen. Sie geben uns tiefergehende Einblicke in den Umgang mit dem Thema Queer in Islam, Juden- und Christentum. Nach Impulsreferaten ist das Publikum zur Diskussion eingeladen.
Podium:
Prof. Dr. Ali Ghandour, Islamische Theologie, Hamburg.
Sonja Thomaier, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Hildesheim.
Helene Braun, Jüdische Theologin, Influencerin und Rabbinerin i.A., Berlin.
Moderation:
Pastor Dr. Sönke Lorberg-Fehring, Beauftragter Christlich-Islamischen Dialog, Hamburg.
Pastor Tobias Pfeifer, Beauftragter für Christlich-Jüdischen Dialog, Hamburg.
Musik:
Martin Schneekloth, Kantor St. Georg-Borgfelde, Klavier.
„Einfach selbst bestimmt - Lebensrealitäten jenseits der Geschlechternormen“
Julia Monro ist Autorin, Aktivistin und eine der profiliertesten Stimmen für geschlechtliche Vielfalt in Deutschland. Sie ist auch eine der Protagonistinnen der Ausstellung „queer und religiös“. Als Transfrau engagiert sie sich seit Jahren in Aufklärungs-, Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit und berät Medien, Politik und Institutionen zu LSBTIQ*-Themen. Im Rahmen dieses Abends wird Julia Monro das von ihr mit herausgegebenem Buch „Einfach selbst bestimmt“ vorstellen. Im Gespräch geht es auch um persönliche Erfahrungen, theologische Fragen und gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt. Ein Abend für Austausch, Reflexion und offene Gespräche über Identität, Glaube und Menschlichkeit.
Lesung:
Julia Monro, Autorin, Köln.
Moderation:
Jens Ehebrecht-Zumsande, Referent „Offene Kirche“, Katholische Pfarrei St. Ansgar, Hamburg.
Musik:
Martin Schneekloth, Klavier.
Christian Elsner, Fagott.
Stärkt oder hemmt Glaube? Eine Befragung und persönliche Antworten
Gemeinsam mit Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie entsteht eine quantitative Befragung unter queeren Studierenden:
Welche Rolle spielt Religion im Leben queerer Menschen – als Kraftquelle oder als Hindernis?
An diesem Abend stellen wir erste Ergebnisse vor und gehen ins direkte Gespräch. Unsere Gäste auf dem Podium beantworten live und ganz offen persönliche und biografische Fragen aus dem Fragebogen und geben so Einblick in die Forschung.
Leitung:
Dirk Ahrens, Pastor, Dozent Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie, Hamburg.
Lukas Brinkmann, Zukunftsprozess der Nordkirche, Hamburg.
Musik:
Brunel Raherinandrasana und
ES Groovt (ESG-Chor) unter der Leitung von Jan Simowitsch
Die Ausstellung „This is me – queer und religiös?" gibt diesen Menschen Raum und Gesicht. Fotografin Ceren Saner porträtiert Menschen aus Judentum, Christentum, Islam und Budismus – Menschen, die zeigen: Gott liebt mich, so wie ich bin.
Gerade in St. Georg, wo religiöse Vielfalt und queeres Leben so nah beieinander existieren, wird unsere Dreieinigkeitskirche sechs Wochen lang zu einem Ort der Begegnung.
Wir bedanken uns bei den Sponsoren:
Andere Zeiten e.V., Dorfkirche mon amour, Erwachsenenbildung Erzbistum Hamburg
Die Fotoausstellung ist eine Leihgabe des Jüdischen Museums in Rendsburg, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf.
Führungen und Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist zu den Veranstaltungen und samstags von 12-14 Uhr geöffnet.
Führungen für Gruppen bitte über unser Büro anfragen.